Historie

Die Bahnstrecke zwischen München und Verona gehört zu den wichtigsten Strecken in Europa. Vor über 150 Jahren erfolgte der Bau der einzelnen Streckenabschnitte. Seitdem nimmt die Verbindung eine zentrale Rolle im alpenquerenden Verkehr ein. Mit der Fertigstellung der Brennerautobahn 1974 konzentrierte sich der Anstieg des Warentransports auf der Straße.

Eine höhere Sensibilität für den Umweltschutz und neue Klimaziele rücken den Schienenverkehr in den vergangenen Jahren in den Fokus. Voraussetzung für eine Verlagerung von der Straße auf die Schiene ist eine moderne Infrastruktur. Der zukunftsfähige Ausbau der Brennerachse ist international abgestimmt. Vier Gleise, geringe Steigungen und höhere Geschwindigkeiten ermöglichen künftig mehr umweltfreundlichen Verkehr.

Bereits 1971 gab es erste Ideen zu einem Eisenbahn-Basistunnel am Brenner. Nach mehreren Machbarkeitsstudien einigten sich 1994 die Verkehrsminister aus Deutschland, Österreich und Italien auf einen schrittweisen Ausbau zwischen München und Verona. Die Umsetzung erfolgt seitdem international abgestimmt.

Der Brenner-Basistunnel und seine nördliche Zulaufstrecke sind eng verbunden. Die Projekte haben eine lange Geschichte:

1971

Bildung der Arbeitsgruppe „Achse Brenner“

Beschluss des Internationalen Eisenbahnverbands UIC: Fachvertreter der Bahnen aus Deutschland, Österreich und Italien bilden eine Arbeitsgruppe. Eine Studie über die neue Brennerbahn mit Basistunnel soll ausgearbeitet werden.

1980

Vereinbarung der Verkehrsminister

Die Verkehrsministerien aus Deutschland, Österreich und Italien stimmen dem Bedarf nach einer Machbarkeitsstudie zur Brennerachse zu.

1989

Memorandum von Udine

Die Verkehrsminister aus Deutschland, Österreich und Italien nehmen die Machbarkeitsstudie zum Brenner-Basistunnel ab. Die Minister bekennen sich zur weiteren Zusammenarbeit.

1993

Machbarkeitsstudie Zulaufstrecken

Eine Machbarkeitsstudie zu den nördlichen und südlichen Zulaufstrecken zum Brenner-Basistunnel wird abgeschlossen. Sie besitzt noch heute Bedeutung für die aktuellen infrastrukturpolitischen Weichenstellungen.

1994

Memorandum von Montreux

Deutschland, Österreich und Italien beschließen gemeinsam: Der Ausbau der Achse München–Verona erfolgt schrittweise und wird in den jeweiligen nationalen Verkehrsplanungen realisiert. Der Europäische Rat von Essen 1994 schloss sich dem Memorandum von Montreux an.

2002

Vereinbarung der trilateralen Arbeitsgruppe

Im Zusammenhang mit dem Bau des Brenner-Basistunnels vereinbaren die Verkehrsministerien Maßnahmen, die kurz- und mittelfristig umgesetzt werden sollen.

2007

Baubeginn Brenner-Basistunnel

Auf italienischer Seite beginnt der Bau des Zufahrtstunnels Mauls. Der Brenner-Basistunnel ist das Herzstück des Skandinavien-Mittelmeer-Korridors. In Zukunft wird er Menschen und Wirtschaftsräume nördlich und südlich der Alpen miteinander verbinden.

2009

Memorandum von Rom

Absichtserklärung über die Umsetzung der Eisenbahnachse Berlin–Verona/Mailand–Bologna–Neapel–Messina–Palermo mit Inkraftsetzung des Brenneraktionsplans 2009 mit 50 Maßnahmen zum Infrastrukturausbau und zur Bewältigung der Verkehrsnachfrage. Es unterzeichneten die Ministerien, Regionen und Bahnverwaltungen von Deutschland, Österreich und Italien.

2012

Inbetriebnahme der neuen Unterinntalbahn in Tirol

Der erste 40 Kilometer lange Abschnitt am Nordzulauf zwischen Kundl/Radfeld und Baumkirchen ist fertig. Nach neun Jahren Bauzeit erfolgt die Inbetriebnahme.

2012

Vertrag von Rosenheim

Ressortvereinbarung zwischen Deutschland und Österreich über die koordinierten Planungen zum Ausbau der grenzüberschreitenden Schienenverbindung München–Rosenheim–deutsch/österreichische Grenze–Kundl/Radfeld–Innsbruck.

2015

Bürgerdialog: Start der Gemeindeforen

Im Inntal startet die Arbeit der Gemeindeforen. Von Anfang an werden lokale und regionale Vertreter:innen an den Planungen beteiligt. Im Raum Rosenheim konstituieren sich die Foren im Herbst 2017.

2019

Reduzierte Grobtrassen

Im gemeinsamen und erweiterten Planungsraum wurden die Grobtrassen des Planers und die Vorschläge der Bürger:innen untersucht. Fünf Trassen gehen in die vertiefte Planung. Im Mai 2020 startet das Raumordnungsverfahren.

2021

Der Trassenverlauf ist gefunden

Sechs Jahre nach dem Planungsstart ist ein wichtiger Meilenstein erreicht: Für den Abschnitt zwischen Schaftenau in Tirol und dem bayerischen Ostermünchen ist der Trassenverlauf gefunden. Rund 60 Prozent der Strecke verlaufen unterirdisch. Im Herbst beginnt die Vorplanung.