Grafing–Ostermünchen: DB nimmt Stellung zu wiederholter Kritik am Trassenauswahlverfahren

Seit Ende Mai hat die Deutsche Bahn das zweite Kritikpapier eines von der Neubaustrecke betroffenen Bürgers aus dem Aßlinger Ortsteil Niclasreuth geprüft. Nun liegen die Ergebnisse vor.
 

Kritikpapier ist erkennbar subjektiv

Bei der Prüfung des Kritikpapiers zeigten sich kaum neue Aspekte. So konnte die Deutsche Bahn wesentliche Kritikpunkte bereits im November 2022 nach einer ergebnisoffenen Prüfung entkräften. Diese fachliche Stellungnahme wurde im neuerlichen Kritikpapier nur punktuell und selektiv berücksichtigt.

Bei seiner Bewertung verzichtet der Autor des Kritikpapiers auf einheitliche Standards für alle Trassenvarianten. Darüber hinaus kommt es zu Fehlinterpretationen und Falschdarstellungen. An anderen Stellen vermitteln tendenziöse Fotomontagen ein falsches Bild von der Auswahltrasse. „Die Unterlage erweckt den Eindruck, dass das Ergebnis der Trassenauswahl delegitimiert werden soll, indem die Auswahltrasse „Limone“ schlechter und die vom Autor mitinitiierte Variante „Türkis“ besser bewertet wird“, so DB-Gesamtprojektleiter Matthias Neumaier.

Nur an einzelnen Stellen kann der Autor Ungenauigkeiten aufzeigen. Diese sind allerdings sehr kleinteilig und haben keinen Einfluss auf das Ergebnis der Trassenauswahl. Aus Sicht der Deutschen Bahn hat sich die Auswahltrasse „Limone“ erneut bestätigt. Sie ist die beste Variante unter Abwägung aller relevanten Aspekte. Aus dem Kritikpapier haben sich keine bewertungsrelevanten Erkenntnisse ergeben. Die Ergebnisse des im Juli 2022 abgeschlossenen Trassenauswahlverfahrens sind korrekt und rechtssicher.
 

Vorplanung: Zwei Varianten für den Salachtunnel

In den vergangenen Monaten hat die Deutsche Bahn die Planung der Auswahltrasse weiterentwickelt. Im Zuge der Vorplanung sind Variantenuntersuchungen ein fester Bestandteil. Eine dieser Varianten ist eine mögliche Verlängerung des Salachtunnels von 1,57 auf rund 3,6 Kilometer. So könnten im weiteren Verlauf Richtung Norden Geländeeinschnitte vermieden werden.

Die Verlängerung des Tunnels würde die Neubaustrecke hinsichtlich des Flächenverbrauchs und Umwelteingriffen noch verträglicher gestalten. Auf die Verlegung eines Baches und den Bau von zwei Brücken könnte verzichtet werden. Der Golfplatz in Elkofen würde profitieren. Zudem müsste während der Bauzeit weniger Aushubmaterial transportiert werden.

Ziel ist es, aus den Varianten eine Vorzugstrasse unter Berücksichtigung der Aspekte Mensch, Natur, Umwelt, Technik und Wirtschaftlichkeit zu erarbeiten. Diese Vorzugstrasse soll Ende des Jahres feststehen. In die Überlegungen fließt auch ein Trinkwasserschutzgebiet bei Elkofen ein.
 

Gedeckelter Trog in Niclasreuth

Bereits fest eingeplant ist eine Optimierung im Bereich Niclasreuth. Dort konnte die Querung der Dorfstraße weiterentwickelt werden. In diesem Bereich wird die Neubaustrecke nochmals tiefer liegen. So bleiben die Sichtbeziehungen erhalten. Der Trog erhält auf rund 80 Meter Länge einen Deckel. Dadurch kann sich die angepasste Dorfstraße nun sehr eng am Bestand orientieren.

„Diese Anpassungen bringen erhebliche Vorteile mit sich“, erklärt Dieter Müller; Projektabschnittsleiter DB Netz AG. „Die Auswirkungen auf Anlieger:innen werden so nochmals deutlich reduziert.“ Ähnlich einer Ortsumgehungsstraße umfährt die Neubaustrecke geschlossene Ortschaften. Durch Tunnellösungen, Tröge und Einschnitte fügen sich die neuen Gleise flächenschonend ins Landschaftsbild ein.

Weiterführende Informationen

Zurück